Foto des Fußballplatzes von Mattighofen

2008: Integration in Mattighofen

Eine explorative Studie über Kinder mit Migrationshintergrund

Ziel der vorliegenden Studie war es, zu untersuchen, unter welchen Voraussetzungen Kinder Gleichaltrige anderer Kulturen akzeptieren und wie interethnische Freundschaften aufgebaut werden. Ebenso von Interesse war es herauszufinden, unter welchen Bedingungen der Aufbau solcher Freundschaften erschwert wird und Kinder dazu tendieren, sich in ihrer eigenen kulturellen Gruppe einzuschließen, um mögliche Konflikte und Gewalt zu vermeiden.

In der Sozialraumbegehung wie auch in der LehrerInnenbefragung wurde deutlich, dass die schnelle Zunahme des Anteils von MigrantInnen in Mattighofen in den letzten Jahren zu Spannungen in der Stadt und im speziellen zu Problematiken im Schulbereich geführt haben. Erfreulich ist jedoch, dass bei den 10- bis 14-jährigen Kindern freundschaftliche Beziehungen in beachtlicher Anzahl zu beobachten sind.

Geben von den österreichischen Mädchen und Buben nur rund 35 % an, mindestens eineN FreundIn aus einer anderen Kultur zu haben, sind es bei den SchülerInnen mit Migra-tionshintergrund knapp 80 %. Dies zeigt einerseits, dass eine Durchmischung der Ethnien und eine Öffnung der Kulturen festzustellen sind, andererseits zeigen die Zahlen auch, dass es eine nicht zu vernachlässigende Gruppe von Kindern gibt, die sich der anderen Kultur eher verschließt.

Es fällt auf, dass Kinder mit Migrationshintergrund sehr häufig unstrukturierten Freizeitbeschäftigungen nachgehen, was in der jüngeren Vergangenheit verstärkt zu Spannungen und Konflikten in der Bevölkerung geführt hat. Strukturierte Freizeitbeschäftigung (Vereine, Kurse) kostet in den meisten Fällen Geld, daher ist es vielen Eltern nicht möglich, ihren Kindern diese Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen.

Es stellt sich daher die Frage, welche pädagogisch angeleiteten Aktivitäten für Kinder mit geringen finanziellen Mitteln angeboten werden können. Interessant erscheint in diesem Zusammenhang allerdings auch die Tatsache, dass vor allem der unstrukturierte Raum das Entstehen von interethnischen Freundschaften zu begünstigen scheint.

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