Zeichnung eines Kindes: Mensch mit Einkaufswagen

2009: Medienkompetenz u. Ernährungsbewusstsein von Kindern

Eine explorative Untersuchung bei 6 bis 12-jährigen Kindern in Horten im Gebiet Wien unter besonderer Berücksichtigung des Migrationshintergrundes

(1) Es fällt auf, dass Kinder mit serbokroatischem und türkischem Hintergrund zwar eigenethnische Sender konsumieren (Kinder mit türkischem Hintergrund offenbar deutlich intensiver), im Rahmen der Gruppendiskussionen aber beinahe niemals über herkunftsspezifische Werbesendungen berichten. Das selbe gilt für die eigenethnischen Lebensmittelgeschäfte: Sie werden niemals genannt, wärend sämtliche großen österreichischen Lebensmittelketten offenbar wohlbekannt sind. Auf einen besonderen Einfluss eigenethnischer Werbesendungen oder Lebensmittelgeschäfte kann somit im Rahmen der vorliegenden Untersuchung nicht geschlossen werden.

(2) In der Freizeitgestaltung ergaben sich deutliche Unterschiede: Gemeinsames Fernsehen mit den Eltern ist bei Kindern mit Migrationshintergrund stärker ausgeprägt. Andererseits geben Kinder mit Migrationshintergrund häufiger an, mit ihren Eltern gerne gemeinsam zu kochen - letzteres ist eine wichtige Ressource für die Entwicklung von Ernährungsbewusstsein.

(3) Über Konflikte beim Einkaufen mit den Eltern berichten eher Kinder ohne Migrationshintergrund - diese scheinen also die größere "Pester-Power" zu haben - dieser Begriff beschreibt den Einfluss, den Kinder beim Einkaufen durch Quengeln auf ihre Eltern ausüben. Hier macht sich möglicherweise bemerkbar, dass Kindern mit Migrationshintergrund die deutlich schlechtere ökonomische Situation ihrer Familien bewusst ist.

(4) Bei den befragten Kinder ist durchaus Wissen darüber vorhanden, welche Lebensmittel gesund sind, trotzdem tendieren viele Kinder zu einem negativen Bezug zu gesunder Ernährung. Sie wird als Notwendigkeit für eine gesunde Entwicklung gesehen, aber nicht als etwas Lustbetontes, das ein gutes Gefühl auslöst. Im Gegenteil: Es ist eine starke Ambivalenz bemerkbar: Was gut schmeckt, ist gefährlich und leider ungesund.

(5) Unabhängig vom Migrations- oder Geschlechterhintergrund war auffällig, dass bei süßen Säften große Unklarheit darüber herrscht, was gesund ist und was nicht (Sind Früchte im Fruchttiger? Ist Multivitaminsaft ungesund? Ist Kohlensäure ungesund? usw.). Hier gibt es möglicherweise Aufklärungsbedarf.

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