Zeichnung eines Jugendlichen, oberhalb Gedankenblasen zu verschiedenen Berufen, © www.sabrinahackl.at

Berufsorientierung und Berufseinstieg von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Oberösterreich

Projektdurchführung: in Kooperation mit abif - anlyse beratung und interdisziplinäre forschung Andrea Poschalko (abif), Brigitte Mosberger (abif), Caterina Hannes, Marion Hackl, Marion Wenty, Winfried Moser
Fertigstellung: November 2011
Auftraggeber: Europäischer Sozialfonds, Land Oberösterreich, Integrationsstelle Oberösterreich

Zu Beginn analysieren die AutorInnen die gängige Literatur zum österreichischen Bildungssystem, zum Einstieg ins Berufsleben, zur dualen Ausbildung sowie zu Arbeitssuche und Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt und Beruf. Abgerundet wird die Literaturanalyse mit einem Vergleich des Bildungs- sowie Berufsorientierungssystems in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Anschließend wird von Winfried Moser der Arbeitsmarkteinstieg von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bundesländervergleich analysiert. Es wird gezeigt, dass Jugendliche in Oberösterreich - wie in allen westlichen Bundesländern - aufgrund des vergleichsweise hohen Gewichts der Lehrlingsausbildung und der schwächer ausgebauten schulischen Weiterbildung vor deutlich schwierigeren Start-Bedingungen stehen als in Ostösterreich.

Marion Hackl und Marion Wenty beschäftigen sich in ihrem Artikel mit Berufsorientierungsprozessen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die im Spannungsfeld einer starken Aufstiegs- und Bildungsorientierung und mangelnder elterlicher (und gesellschaftlicher) Ressourcen mit vergleichsweise vielen Unsicherheiten über ihre berufliche Zukunft konfrontiert sind. Aus diesem Grund benötigen und wünschen sie sich eine intensivere, längerfristige institutionelle Unterstützung - allerdings eine, in der sie als Menschen mit individuellen (und nicht etwa “migrantischen”) Wünschen und Plänen wahr- und ernstgenommen werden.

Caterina Hannes untersucht im dritten Teil die Motive für die erste Berufswahl Jugendlicher mit Migrationshintergrund, die für die meisten von Alternativlosigkeit geprägt sind. Nur rund 15 Prozent der Jugendlichen können eine inhaltlich-reflektierte Berufswahl treffen, die später mit einer höheren Zufriedenheit, besseren Erwerbschancen und einem höheren Einkommen einhergeht. Der eigene berufliche Erfolg wird in erster Linie auf selbstwirksame Persönlichkeitsmerkmale zurückgeführt, in zweiter Linie auf die Unterstützung durch das Elternhaus und das soziale Umfeld und in dritter Hinsicht auf Personen mit Vorbildwirkung.

Andrea Poschalko arbeitet schließlich im letzten Teil die Bedingungen heraus, unter denen junge Erwachsenen mit Migrationshintergrund trotz nachteiliger äußerer Umstände beruflich erfolgreich werden. Aufgrund fehlender Informationen, sprachlicher Schwierigkeiten und der frühen Differenzierung im österreichischen Bildungssystem werden Begabungen nicht immer ausreichend gefördert, weshalb auch die später Erfolgreichen (!) anfangs meist die erstbesten Job-Gelegenheiten ergreifen. Durch eine Kombination aus personalen Kompetenzen (Durchhaltevermögen, Anpassungsfähigkeit), familiären Rückhalt und institutionellen Faktoren können ungünstige Bedingungen aber im späteren beruflichen Verlauf kompensiert werden.

Hier die komplette Studie zum Download (PDF)

Hier die Kurzzusammenfassung der Studie zum Download (PDF)

Präsentation der Studie zum Download (PDF)

Berichterstattung des ORF OÖ zu diesem Projekt

Berichterstattung der Tiroler Tageszeitung

Artikel im AMS-info

Artikel in der Zeitschrift für Soziologie

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