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Projektevaluation “Interkulturalität und Mehrsprachigkeit - eine Chance!”

Das Institut für Kinderrechte und Elternbildung hat im Auftrag vom BM:UKK und von Kulturkontakt Austria vier Projekte evaluiert, die 2011 im Rahmen der Schulaktion „Interkulturalität und Mehrsprachigkeit – eine Chance!“ gefördert wurden. Folgende Projektaspekte erwiesen sich dabei als besonders geeignet, um an die persönliche Lebenswelt der SchülerInnen direkt anzuknüpfen und den Wert sowie den praktischen Nutzen interkultureller Kompetenzen zu vermitteln.

Motivation und Nachhaltigkeit durch Gestaltungsfreiraum
Die Einbindung von Jugendlichen in die Projektorganisation in Verbindung mit einem möglichst großen Gestaltungsfreiraum, um eigene Erfahrungen, Interessen und Kompetenzen bei der Planung und Umsetzung einzubringen, vermittelt den SchülerInnen Vertrauen und Wertschätzung und erhöht ihr Selbstbewusstsein. Als Folge wird die Identifikation mit dem Projekt, die Motivation und letztlich auch die Nachhaltigkeit erhöht. So äußert sich ein Schüler:
“[…] es war wirklich toll zu sehen, welche Früchte das dann trägt und die lange, mühevolle Arbeit, die man hineingesteckt hat, dann sich rentiert und man wirklich für so viele Menschen so etwas Tolles bewegen kann.”

Freundschaft durch gemeinsame Ziele
Wenn Jugendliche auf eine gemeinsame Aufgabe konzentriert sind, arbeiten sie als ebenbürtige PartnerInnen zusammen und stellen auf natürliche Weise interkultureller Kontakte her.

Umfangreiche Veränderungen durch umfassender Einbeziehung
Ein positiver Umgang mit kultureller Vielfalt in der gesamten Schule kann erreicht werden, indem alle am Schulleben beteiligten Personen in das Vorhaben miteinbezogen werden. So erfahren alle eine angemessene Wertschätzung und können für sprachliche Diskriminierung sensibilisiert werden.

Integration durch informelle Kontakte
Integration, Empathie und Verständnis zwischen Personen unterschiedlicher Herkunft zu vermitteln, verlangt nach dem richtigen Projektsetting, etwa indem SchülerInnen viel gemeinsame Zeit in informellen Kontexten (außerhalb der Schule) verbringen. Ein solcher Projektrahmen ermöglicht authentische Kontakte und erleichtert es den SchülerInnen, sich zu öffnen und von persönlichen Erfahrungen und ihren Lebenssituationen zu berichten.

Interkulturalität erlebbar machen durch Raum für Erfahrungen und Selbständigkeit
Theoriegeleitete Praxiserfahrungen, wie Projektreisen, erweisen sich als sinnvoll, um die Unterschiede und Anforderungen im Kontakt mit anderen Kulturen persönlich erleben zu können. Besonders hilfreich ist es, wenn die SchülerInnen Ursprungsländer von MitschülerInnen besuchen und dabei großteils auf sich selbst gestellt sind. So können die tatsächlichen Unterschiede und Anforderungen im Kontakt mit einer anderen Kultur kennen gelernt und ein Interesse an anderen Sprachen und Kulturen erweckt werden. Aber auch ProjektleiterInnen können durch die Zusammenarbeit mit Partnerschulen im Ausland Erfahrungen im Umgang mit Kultur-, Mentalitäts-, und Schulorganisationsunterschieden sammeln und ihre eigenen kulturellen Kompetenzen schulen.

Toleranz durch Perspektivenwechsel
Denkaufgaben regen Jugendliche besonders gut dazu an, verschiedene Perspektiven einzunehmen und eigene Denkmuster sowie Verhalten zu hinterfragen. Ihnen bewusst zu machen, dass eine Situation aus verschiedenen Blickwinkel betrachtet und bewertet werden kann, führt zu Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Kulturen. So folgert eine Schülerin:
“[…] gleich wie ein Buch sollte man nicht nach seinem Einband beurteilen, sondern einmal schauen, wie ist die Person. […] jeder Mensch ist unterschiedlich und das kommt nicht von der Herkunft her.”

Projektdurchführung: Stephanie Klamert, Marion Hackl, Caterina Hannes
Auftraggeber: BM:UKK, Kulturkontakt Austria

Hier die Studie zum Download

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