Döbriach 2015! Wir glitzern!

„Vielfalt“ stand heuer auf den TEAM-Shirts der BetreuerInnen, die diesmal mit 118 Kindern und Jugendlichen nach Döbriach gereist sind. Und ein Vielfalts-Banner hängt auch schon kurz nach dem Einzug am Camp über dem „Eingang“ zum OÖ-Dorf – am ersten Tag wird traditionell das Camp eingerichtet. Das nächste große Projekt ist auch schon fest „installiert“: anstatt dass sich, wie in den Jahren zuvor, bei der Getränkestation die Plastikbecher türmen, wurde heuer mit Rücksicht auf die Umwelt ein Regal für leere Marmeladengläser als Trinkgläser gebaut!  

Am Plan für die nächsten Wochen stehen: Kennenlernjahrmarkt, Palettenmöbelbauen, MinisterInnenwahl, Strandabenteuer (30 Grad waren keine Seltenheit), Jugendzentrum, Fackelzug, Werte-Planspiel mit Monsterjagd, Selbstkochtag, Activity-Day mit vielen Workshops, Regenbogenzelt und Regenbogenparade, Beautyday, Zeitungs- und Video-workshops, Sporttag und Body painting.

Abseits vom Plan lernten wir täglich Neues: am Ausflugstag etwa den RICHTIGEN Weg ins „Granatium“ und, dass ein Gackerl-Sackerl kein Spielzeug ist... Als Gruppendynamik-Übung stellt sich das Floßbauen mit Martin heraus – am Ende paddeln aber Alle (dank ca. 200 Luftballons) begeistert über den See. Nachdem die BetreuerInnen mutige Wesen sind, wurde an einem „Tag verkehrt“ den Kindern das Kommando über das Camp (fast ganz) überlassen und an einem der Regentage schafften wir es tatsächlich, dass die Drautal-Therme wegen Überfüllung (wir!) geschlossen werden musste (hihi)!

In Karos Sexualpädagogikworkshop gab es einige Überraschungen für die, die „eh schon alles wissen“, mit Sandra wurden die Traditionen der Roten Falken hinterfragt, mit Anna lernten wir das Leben von Kindern in Ruanda kennen und Claudia besuchte tapfer die Schminkstation ihrer Kids („Ups, das neon-rosa war doch keine Schminkfarbe…!“). Auch ein Gender & Feminismus-Workshop sowie Filmabende wurden angeboten. Bei so viel Aktivismus  passierte es schon einmal, dass sich das Aufstehen am nächsten Tag als zu herausfordernd herausstellte. So steht im AUGE, dem Döbriach-Tagebuch, an Tag 4 geschrieben: „Wir hatten eigentlich Bereitschaft, doch leider haben wir verpennt. Frühstück ging sich trotzdem aus“ Situationselastik steht also – wie immer – hoch im Kurs.

Ein besonderer Tag bringt uns ins Grübeln: wir haben eine Gruppe von Flüchtlingskindern, die in der Nähe untergebracht sind, eingeladen, um mit uns den Tag zu verbringen. Während den jüngeren Kindern die unterschiedlichen Sprachen beim Spielen gar nicht erst auffallen, wünschen sich die Älteren einen spontanen Deutschkurs am Strand – und am Ende haben auch wir viele neue Wörter in uns total fremden Sprachen gelernt. Einige Kinder diskutieren noch lange über die Schicksale der Gleichaltrigen. Solidarität ist plötzlich nicht mehr nur ein großes Wort.

"Elternlos in Döbriach" wird als Lieblingslied so einiger TeilnehmerInnen noch lange in unseren Ohren herumschwirren. Kerstin und Lorena, beide zwölf Jahre alt, haben in der Talente-Show ihre eigene Version vom Helene-Fischer-Hit zum Besten gegeben und darin ihre Highlights aus zwei Wochen Sommerlager verewigt. Fabian aus Haid rappt für die Massen (das gesamte OÖ-Dorf und viele BesucherInnen, die zum Jubiläumslager angereist sind, staunen ziemlich) und eine Vierergruppe der Jüngsten hat einen akrobatischen Tanz einstudiert. Die BetreuerInnen punkten mit ihrer „Best of DÖ“ – Einlage, bei der sich so manches Kind ein bisschen ertappt fühlt. Anja (13) meint leise zu ihrer Freundin: „Ich glaub, die machen UNS nach!“. Trotzdem kann sie sich das Mitlachen nicht verkneifen.

Zum Abschluss noch der schönste Satz aus dem AUGE:

„Wir glitzern! Es waren Einhörner unterwegs!“  

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Galerie von Döbriach 2015

Die Galerie von Döbriach 2015 lässt dich einen Blick ins Dorf der Vielfalt werfen