2 Buttons mit Gesicht und der Aufschrift: "STOP FGM!"

2006: STOP der weiblichen Genitalverstümmelung

.....eine Studie des Österreichischen Instituts für Kinderrechte & Elternbildung

Verstümmelte Frauen auch bei uns

Anlässlich des Internationalen Tages zum STOP der weiblichen Genitalverstümmelung am 6. Feber (FGM - female genital mutilation) machen die Kinderfreunde darauf aufmerksam, dass dieses Thema auch in Österreich weitverbreitet ist und tagtäglich tausenden Frauen Schmerzen und Qualen bereitet.

Dass nicht bereits im Vorfeld die Verstümmelung erkannt, thematisiert und somit behandelt wird, hat unterschiedliche Ursachen - wie eine am Freitag von der Plattform "Stop FGM" präsentierte und vom Österreichischen Institut für Kinderrechte und Elternbildung verfasste Studie aufdeckt: "Einerseits scheint es, dass viele ÄrztInnen in Österreich mit dieser Thematik überfordert sind. Mangelnde Aufklärung in der Ausbildung und ein Nicht-Angebot an Weiterbildung zu diesem Thema sind verantwortlich dafür", heißt es in der Studie.

Andererseits würden die schlechten Deutsch-Kenntnisse, aber auch die Scham der Patientinnen - vor allem in Gegenwart ihrer Männer oder Brüder - ein Gespräch zwischen Arzt/Ärztin und Patientin erschweren. So werde FGM zwar oft diagnostiziert, bleibt aber des Weiteren unbehandelt. "ÄrztInnen wissen oftmals sogar, dass die Partientinnen vor haben, selbst ihre Töchter verstümmeln zu lassen, sehen aber keine Möglichkeit, hier einzugreifen, obwohl die Durchführung von FGM in Österreich verboten ist und somit zur Anzeige gebracht werden muss", sagte der Bundesgeschäftsführer der Kinderfreunde, Gernot Rammer.

Österreichweit seien laut Schätzungen rund 8.000 Frauen von FGM betroffen. Weltweit werden jährlich rund 2 Millionen Mädchen und junge Frauen Teile der Genitalien weggeschnitten. "In Österreich lebende Mädchen werden oft in den Sommerferien von Familienangehörigen in ihre Heimatländer gebracht, wo die Verstümmelung vorgenommen wird", so Rammer. "Solange bei ÄrztInnen (vor allem KinderÄrztInnen und GynäkologInnen), aber auch PädagogInnen sowenig Sensibilität für diese Gräueltat vorhanden ist und niemand erkennt, wann Mädchen Hilfe brauchen, solange wird diesem Verbrechen weiterhin Tür und Tor geöffnet. Damit wird nicht nur gegen österreichisches Gesetz, sondern auch gegen die Kinderrechtskonvention verstoßen, in der das Recht des Kindes auf Unversehrtheit festgehalten ist", unterstrich Rammer.

Die Österreichischen Kinderfreunde sind Teil der Plattform "Stop FGM", deren Ziel es ist, in diesem Bereich Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Studie zum Download (107 KB pdf)

Druckansicht
 

Österreichisches Institut für Kinderrechte und Elternbildung
Ballgasse 2, 1010 Wien
Tel.: 01/ 512 12 98 - 51
Fax.: 01/ 512 12 98 - 62
office ( at ) ikeb.at